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Schenken ist gerade jetzt zur Weihnachtszeit ein großes Thema. Viele wünschen sich aber nicht den neusten Plasma-Bildschirm – sondern Zeit. Zeit für einen Spaziergang oder ein nettes Gespräch. Gut, dass es Menschen gibt, die Zeit schenken. Und zwar nicht nur zu Weihnachten. Wir stellen in unserer Weihnachtsserie Ehrenamtliche vor.
„Letzte Woche war der Weihnachtsmann da und es gab Weihnachtsmusik“, erzählt Anna Beiter. Beim „Café Spezial“ der Diakonie Stetten im La Salle am Schloss war das. Einmal im Monat findet das Café Spezial statt – seit Frühjahr dieses Jahres ist Anna Beiter dabei.
Zusammen mit drei bis vier anderen Leo-Clubmitgliedern kümmert sich die 26-Jährige bei der Veranstaltung um sechs bis sieben Bewohner der Diakonie Stetten. Die „Leos“ holen die Behinderten am Wohnheim ab, bringen sie ins La Salle und verbringen dort etwa drei Stunden mit ihnen. „Für sie ist das etwas Besonderes“, sagt Beiter.
Abwechselnd dürfen unterschiedliche Bewohner mitgehen. Wie viele hängt davon ab, wie sehr sie betreut werden müssen und wie viele Leos vor Ort sind. Für Anna Beiter ist dieser Sonntagnachmittag ein fester Termin, schließlich ist sie die so genannte Activity-Beauftragte und trägt damit die Hauptverantwortung für dieses Projekt des Leo-Clubs.
Der Leo-Club ist die Jugendorganisation des Lions Clubs. „Mein Vater hat mir davon erzählt“, so Beiter. Das war nach ihrer Schulzeit, als Beiter überlegte, sich ehrenamtlich zu engagieren. So wurde sie am Studienort Freiburg Mitglied, half beim Glühweinstand im Winter oder beteiligte sich beim Bingo-Spiel im Altenheim. Sprich: Beiter war aktiv, „um sozial Schwächeren zu helfen“. Durch die Tätigkeit an sich oder durchs Spendensammeln.
Seit etwa einem Jahr ist Beiter nun zurück in Ebersbach an der Fils. Hier arbeitet die Zahnärztin in der väterlichen Praxis – und mag ihr Engagement nicht aufgeben. Auch im Stuttgarter Leo-Club beteiligt sie sich an Glühwein-Verkaufsaktionen oder backt Plätzchen für das Frauenhaus. Doch besonders am Herzen liegt ihr das Engagement bei der Diakonie Stetten. Hier ist sie hautnah dran an den Menschen. „Das bringt einem selbst viel, viel mehr“, findet Beiter.
Berührungsängste hatte sie keine. Sie mag die Menschen, um die sie sich kümmert, das ist zu spüren. „Man wird auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt“, meint sie. Alle ewig Jammernden sollten am Besten einmal mitkommen. „Mir tut das sehr gut“, sagt sie.
Und findet, dass sich gerade die Jüngeren mehr engagieren sollten. „Dieser Nachmittag gibt mir mehr als die Party am Samstagabend davor“, sagt Beiter nachdrücklich. Feiern geht sie natürlich auch, steht aber am nächsten Tag pünktlich auf der Wohnheim-Matte. Und schenkt einigen Menschen ihre Zeit, denn sie weiß: „Es bedarf keines Geldes, um Menschen glücklich zu machen.“
Wer mehr über die Möglichkeiten eines ehrenamtlichen Engagements bei der Diakonie Stetten wissen möchte, wendet sich an Steffen Wilhelm, Koordinator für Ehrenamt, Telefon 07151/940 31 42. Weitere Infos auch unter www.extrazeit.de.
VON LAURA KÖHLMANN
Foto: Beiter
Mit freundlicher Genehmigung des Fellbacher Wochenblatts